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Babys brauchen keine Nadel

Von Simone Schmidt / 4. Juni 2015
privat / Marietta Schneider

Nach wie vor wird das Thema Impfpflicht diskutiert. Marietta Schneider aus Berlin vermeidet möglichst, ihre drei Kinder Carl (12), Louisa (19) und Constantin (23) mit chemischen Medikamenten zu behandeln und zu impfen. Damit gehört sie zu den 10 Prozent der Menschen in Deutschland, die Impfgegner sind. Im Interview mit sagwas erklärt sie ihre Beweggründe.

Warum haben Sie sich bei Ihren Kindern gegen Impfungen entschieden?

Bevor ich meine Kinder geboren habe, wurde ich mehrmals innerhalb meiner Familie mit Krankheiten konfrontiert und habe mich intensiv mit den Ursachen von Krankheit auseinandergesetzt. Ich habe einen alternativen Weg gewählt, weg von der Schulmedizin. Als ich zum ersten Mal ein kleines Lebewesen im Arm hielt, das in mir gewachsen war, war es für mich unmöglich, diesen kleinen, unentwickelten, aber dennoch perfekten Organismus impfen zu lassen.

Sie haben Ihre Kinder nie geimpft?

Doch, Constantin wurde mit 15 Jahren zum ersten Mal gegen Diphtherie und Tetanus geimpft, bevor er auf eine Boarding School nach Südafrika ging. Es wurde von den ausländischen Behörden verlangt. Nach Abwägung der Risiken haben wir uns für eine Impfung entschieden, da Constantin eine gute Kondition hatte und sein Organismus voll ausgebildet war. Er hat die Impfung ohne Nebenwirkungen überstanden.

Was bedeuten Krankheiten für Sie?

Meiner Erfahrung nach kommt Krankheit einer Entwicklungsstufe gleich. Entweder man setzt sich bewusst mit ihr auseinander und nimmt sie an oder man bekämpft sie und macht danach weiter wie bisher. Eine Krankheit entsteht, wenn man aus der Balance gerät. Das ist vor allem bei Kleinkindern der Fall, die meist direkt reagieren. Sie entsteht auch, wenn man zu lange außerhalb der individuellen Balance lebt. Das ist vor allem bei Erwachsenen so.

Welche Rolle spielt die Schulmedizin bei der Bekämpfung von Krankheiten?

Schulmedizin bekämpft oft nur die Symptome und versucht, Krankheiten zu unterdrücken, anstatt sie individuell zu verstehen und die körpereigene Abwehr zu mobilisieren. Ich habe Krankheitsprozesse beobachtet und erlebt, dass Schulmedizin keine Hilfe war. Für mich ist völlig ausgeschlossen, mit Hilfe von schulmedizinischen Produkten einen Umgang mit Krankheit zu finden oder mit Hilfe von Impfstoffen Krankheiten vorzubeugen. Mit liebevoller Bewusstheit, Homöopathie, Naturheilverfahren und guter Ernährung habe ich die besten Resultate erzielt.

Lehnen Sie Schulmedizin komplett ab?

Jeder muss für sich entscheiden, ob er sich im Krankheitsfall einem Arzt anvertraut oder seinem körpereigenen Immunsystem die Gesundung überlässt. Ich entscheide immer anhand der Situation. Es gibt viele Schulmediziner, die alternativ denken und handeln und auf das Wohl des ganzen Menschen achten. Ich würde mir durchaus den Rat eines Facharztes anhören und ihn bedenken, beispielsweise bei einem Unfall oder einer schweren Erkrankung.

Kritiker der Homöopathie sagen, dass in homöopathischen Mitteln nichts an Inhaltsstoffen nachweisbar ist, weil es solche Hochpotenzen sind.

Das ist die Ansicht der Schulmedizin. Dennoch erzielt die Homöopathie gute Erfolge. Diese Erfolge werden dann von Kritikern auf einen Placebo-Effekt zurückgeführt. Aber wie soll der Placebo-Effekt bei Babys wirken? Gerade bei Babys erzielt die Homöopathie nach meiner Erfahrung sensationelle Erfolge.

Sind Sie schon einmal dem Rat der Schulmedizin gefolgt?

Ich hatte eine Nierenbeckenentzündung. Mit Kamillentee und Homöopathie kam ich nicht dagegen an, das Fieber stieg. In der Klinik wurden mir Antibiotika verschrieben. Ich habe sie genommen. Die Nierenbeckenentzündung verschwand nach 3 Tagen, allerdings waren die Nebenwirkungen derart gravierend, dass ich weitere zwei Wochen mit Übelkeit, Erbrechen und Schwindel im Bett lag. Erst durch einen Entgiftungsprozess wurde ich langsam gesund.

Wo hat die Schulmedizin nicht weiter geholfen?

Mein Sohn Constantin erkrankte im Alter von zweieinhalb Jahren an Neurodermitis. Die Ursache waren Nahrungsmittelallergien, zunächst gegen Milch und Weizen. Die Schulmedizin konnte nur Cortison verschreiben. Die Krankheit verschlimmerte sich. Wir haben unser Leben dann komplett umgestellt, lebten viel bewusster, aßen frisch und biologisch. Alles Neue in unserem Leben besprachen wir mit unserem kleinen Sohn. Seine Hautekzeme gingen zurück. Im Alter von vier Jahren war Constantin wieder gesund.

Wie haben sich Ihre Kinder gesundheitlich entwickelt?

Meine Kinder hatten ausgesprochen wenige Kinderkrankheiten. Ich erinnere mich an Windpocken, aber der Krankheitsverlauf war sehr kurz, sehr viel kürzer als bei den Klassenkameraden. Andere Kinderkrankheiten wie Masern, Scharlach, oder Keuchhusten hatten sie nicht. Die Kinder sind resistenter gegen Krankheiten als andere Kinder. Das haben uns auch die Kinderärzte bestätigt. Es ist den Ärzten und Lehrern aufgefallen, dass die Kinder unglaublich stabil sind.

Das Robert-Koch-Institut ist der Auffassung, dass sich ungeimpfte Kinder körperlich und geistig nicht besser entwickeln als geimpfte.

Die Auffassung des RKI hat meine Entscheidung nicht beeinflusst. Es ist eine individuelle Entscheidung zu impfen oder nicht zu impfen. Ein Baby, das neu geboren wird, braucht nur Liebe und Zuneigung und Milch. Wenn man sich Zeit für das Kind nimmt, muss man keine Angst vor Krankheiten haben, weil man auch Zeit für die Krankheit hat. Ich habe erlebt, wie die Kinder an jeder Krankheit wachsen. Das gehört zum Menschwerden dazu.

Wie hat Ihr Umfeld auf Ihre ungeimpften Kinder reagiert?

Ich kann mich an keine unangenehme Situation mit anderen Müttern, Kindergarten-Erzieherinnen oder Lehrern erinnern. Das ist auch eine Frage der guten Kommunikation.

Impfbefürworter behaupten, durch den fehlenden Impfschutz in Teilen der Bevölkerung käme es immer wieder zu Ausbrüchen wie aktuell in Berlin.

Ich habe meine Kinder zu Hause gepflegt, wenn sie krank waren oder auch nur erste Anzeichen von Unwohlsein hatten. Wir sind verantwortungsbewusst auch gegenüber unserer Umgebung. Es gab keine Situation, in der wir andere Kinder in Gefahr gebracht haben. Aufklärung, Kommunikation und Vertrauen könnten hier das Verantwortungsbewusstsein stärken.

Impfgegnern wird häufig vorgeworfen, dass sie gegen wissenschaftliche Argumente resistent sind. Es ist statistisch gesehen unwahrscheinlicher, bei einer Impfung durch Nebenwirkungen zu erkranken als eine Krankheit mit einem gefährlichen Verlauf zu bekommen.

Auch ich bin resistent im Hinblick auf dieses Thema und übernahm und übernehme die Verantwortung für mich und meine Familie. Das ist eine bewusste Einzelfall-Entscheidung. Ich bin dankbar, dass die Demokratie, in der wir leben, uns dies ermöglicht. Impfen muss jedem selbst überlassen bleiben, allerdings gibt es viel zu tun im Hinblick auf Aufklärung und Bewusstheit. Hier sehe ich alle involvierten Parteien in der Pflicht.

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