Twitter Icon Facebook Icon

Frauen nur als Deko? – Sexismus in den Medien

Von Sebastian Serafin / 26. September 2016
FES

Männer brauchen Bohrmaschinen. Frauen brauchen Hautcrème. Pinke Schokoladeneier für kleine Mädchen. Leberwurstbrote für die Jungs. Die Werbelandschaft in Deutschland ist gähnend langweilig, wenn sie uns zeigen will, wie „Männer“ und „Frauen“ angeblich sind.

Wenig Vielfalt und limitierte Geschlechterrollen sind das Ergebnis sexistischer Betrachtungsweisen. Pinkstinks hat genug davon, dass Frauen nur als Deko für Parfum und Bier benutzt werden. Darum kämpft die junge Protestorganisation gegen sexistische Werbung und fordert bereits seit 2014 ein Verbot.

Einerseits scheint man immer häufiger auf offene Ohren zu stoßen – gesellschaftlich und politisch wird sexistische Werbung heute durchaus kritisch diskutiert. Andererseits bäumen sich Gegner_innen eines Verbots auf: „Sollen also Models nun Burka tragen …?“, fragte Die Welt. Wer soll überhaupt entscheiden, was sexistisch ist und was nicht? Traut man Verbraucher_innen nicht zu, Werbung eigenständig zu bewerten?

Nicht nur die Werbeindustrie, auch Print und Onlinemedien stehen immer häufiger in der Kritik, sexistische Inhalte zu verbreiten. So hat sich die Kampagne StopBildSexism zum Ziel gemacht, Alltagssexismus aufzudecken. Die BILD-Zeitung liefert dafür nicht nur mit dem bekanntem BILD-Girl ein Negativbeispiel. Frauen werden überwiegend auf ihren Körper reduziert. Kleidung und Figur werden eingehender diskutiert, als Karriere und Engagement – oder auch ihre Meinung.

Am 28. September 2016 wollen wir der Sache auf den Grund gehen: Welche Strukturen führen dazu, dass Medienschaffende krampfhaft an Stereotypen festhalten? Wie geht es anders und was können gute Beispiele bewirken? Wir möchten Sie einladen mit uns zu diskutieren und in einen Austausch darüber zu treten, wie wir uns eine gerechte Medienlandschaft in der Zukunft vorstellen.

Wir übertragen diesen Mittwoch die Veranstaltung „Frauen nur als Deko – Sexismus in den Medien“ des Forum Politik&Gesellschaft der Friedrich-Ebert-Stiftung via Livestream hier auf sagwas.net. Anschließend gibt es hier die Aufzeichnung der Veranstaltung zu sehen.

Ein Besuch unserer Seite lohnt sich also auf jeden Fall – egal, wann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Ähnlicher Artikel

Zufalls Artikel

Hintergrund

Klein-Italien in Köln

In der Kölner Südstadt ließen sich Ende der 1960er-Jahre viele Gastarbeiter aus Italien nieder. Carmelo Bennardo ist ein charmanter Sizilianer der alten Schule. Er und seine Familie prägen das …
Von Diana Knezevic / 11. Juni 2015

Meist Kommentierter Artikel