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Setzen, Sechs!

Von Sagwas-Redaktion / 19. Oktober 2011

Thomas Köhler, Physiotherapeut aus Berlin Mitte, geht mit der Jugend hart ins Gericht. Er bescheinigt ihr, in Sachen Demokratie verständnislos zu sein. Entweder sei man ausschließlich für oder gegen eine Sache. Das würde aber auf Dauer nicht funktionieren, denn Demokratie brauche den Kompromiss. Das hört sich sehr nach dem „Früher war alles besser!“-Satz an. Denn […]

Thomas Köhler, Physiotherapeut aus Berlin Mitte, geht mit der Jugend hart ins Gericht.
Er bescheinigt ihr, in Sachen Demokratie verständnislos zu sein. Entweder sei man ausschließlich für oder gegen eine Sache. Das würde aber auf Dauer nicht funktionieren, denn Demokratie brauche den Kompromiss.

Das hört sich sehr nach dem „Früher war alles besser!“-Satz an. Denn wenn die heutige Jugend nicht mehr zur Demokratie fähig sein soll, dann muss es ja mal anders gewesen sein. Liegt er mit seiner Annahme richtig?

 

 

6 Antworten zu “Setzen, Sechs!”

  1. Von peterk am 20. Oktober 2011

    Lieber Herr Köhler, ich teile Ihre These ganz und gar nicht und muss sagen, dass Sie hier einiges wild durcheinander rühren. Dass die Jugend sehr wohl demokratiefähig ist, zeigen doch die beeindrucken Zahlen der Piraten in Berlin. Gerade junge Wähler und Erstwähler konnten so in den Demokratieprozess eingebunden werden und die partizipatorischen Möglichkeiten der Wahl nutzen. So konnte aus einer Bewegung, von größtenteils jungen Menschen, eine neue demokratische Kraft ergo eine Partei wachsen. Was sonst als Demokratie ist es denn, Herr Köhler?

  2. Von Jacons am 20. Oktober 2011

    @peterk
    da haben sie wohl recht mit dem Zulauf der Erst- und Jungwähler zu den Piraten. Allerdings sehe ich das nur als Trendbewegung. Es ist „in“ Pirat zu sein. Cool. das hat ebenso wie die 1.Mai Demonstration der Jugendbewegung nichts, rein garnichts mit demokratischer Partizipation zu tun. „Unsere“ Jugendlichen sind doch alle entweder auf Krawall oder Rausch aus.

    Bravo Herr Köhler

  3. Von Charly am 21. Oktober 2011

    Und wieso gehen dann so viele Jugendliche auf die Straße um gegen die Folgen der Globalisierung zu demonstrieren? Wieso wählen so viele junge Menschen die Piraten? nur weil die Jugend von heute nicht in den Formen politisch ist, wie vor 20 Jahren, heißt das doch noch lange nicht, dass sie nicht politsch denken. Und seien wir ehrlich: Bei dem politischen Klientel, vergeht doch jedem die Lust aufs Mitmachen. Man möchte doch eigentlich selbst nur noch wegrennen und sich im Konsumrausch verlieren.

  4. Von seklammer am 21. Oktober 2011

    Ich glaube, hier wird auch in den Kommentaren einiges durcheinander gewürfelt. Ja, es gehen (ein paar) Leute auf die Straße. Nein, Alternativvorschläge machen sie nicht. Das ist ja das, was Herr Köhler bereits sagte. Und mit den Piraten hat das auch nicht so wahnsinnig viel zu tun, denn immerhin waren die Hälfte der Piratenwähler über 60 (wobei „Jugend“ ja ein dehnbarer Begriff ist). Hinzu kommt, dass irgendwie keiner so recht kompromissbereit ist – und das schließt die Jugend natürlich mit ein. Was fehlt, sind Plattformen wie diese, die die Findung eines Kompromisses erst ermöglichen.

  5. Von Hamed am 24. Oktober 2011

    Also, ich bin 27 Jahre alt, zähle mich noch weitestgehend zu dem, was man als Jugend bezeichnet. Ich ziehe mir den Schuh von T. Köhler nicht an. Konsens und Kompromiss sind ja gut, aber sie sind das Ergebnis und nicht der Anfang einer gesellschaftlichen Auseinandersetzung. Alles in allem also kein Gegensatz. Verstehe nicht, woher er diese Gewissheit nimmt, dass seine Ansicht verifizierbar sei. Vielleicht hat er ja auch einfach nur Stress mit Sohn, Nichte oder jüngerem Bruder und überträgt das jetzt schön pauschalisierend auf die so genannte Jugend von heute. Nicht gerade originell!

  6. Von Hector am 24. Oktober 2011

    „Heutige“ Jugend ist also nicht demokratiefähig? Legt man diesen Maßstab an „frühere“ ‚Jugend‘ an, wird es aber etwas schwierig, oder?

    War die ’68er-Jugend „demokratiefähig“?

    Auch der Befund, der sich ja auf eine vermeintlich klar definierte Bevölkerungsschicht bezieht, scheint so ‚jugend’spezifisch ja nicht zu sein, oder Herr K.? Wahlbeteiligung, Stimmungsbilder und v.a. die Nutzung des ‚passiven Wahlrechts‘ stellen der heutigen ‚Nicht-Jugend‘ ja nun wirklich kein gut bis sehr gutes Zeugnis aus.

    Also Hr. K., mein Appell: ab vor die eigene Haustür, das hätten Sie ‚früher‘ auch gefordert…

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