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Nahostkonflikt passé?

Von Sagwas-Redaktion / 25. September 2011

  „Wir haben nur ein Ziel: Zu sein. Und wir werden sein.“   Mit diesen Worten beendete am 23.09.2011 der palästinensische Präsident Mahmut Abbas seine viel beachtete Rede vor der UN-Vollversammlung. Es war ein historischer Tag für alle Palästinenser auf der Welt, da Abbas kurz vor seinem Auftritt den Antrag auf Anerkennung eines palästinensischen Staates […]

 

„Wir haben nur ein Ziel: Zu sein. Und wir werden sein.“

 

Mit diesen Worten beendete am 23.09.2011 der palästinensische Präsident Mahmut Abbas seine viel beachtete Rede vor der UN-Vollversammlung.

Es war ein historischer Tag für alle Palästinenser auf der Welt, da Abbas kurz vor seinem Auftritt den Antrag auf Anerkennung eines palästinensischen Staates UN-Generalsekräter Ban übergab.

 

Könnte das endlich der tatsächliche Anfang vom Ende des Nahostkonflikts sein?

Seit Jahrzehnten beherrscht er immer wieder die Schlagzeilen. Doch jeder Versuch, eine Zweistaatenlösung anzustreben und damit endlich zu einer friedlichen Koexistenz von Palästinensern und Israelis zu kommen, scheiterte bisher kläglich.

Die Palästinenser selbst treten schon lange nicht mehr als eine Einheit auf. Seit der Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen wirkt der palästinensische Bruderkrieg wie in Zement gegossen. Beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, keine Repräsentanten des palästinensischen Volkes zu sein. Versöhnungen wirken wie Inszenierungen, die nicht lange anhalten.

Von Terroranschlägen und Raketenangriffen auf israelischem Terrain ganz zu schweigen.

 

Aber auch die Israelis haben sich in den letzten Jahren nicht mit Ruhm bekleckert. Ein Ende des Siedlungsbaus ist nicht in Sicht, der letzte Libanonkrieg ist nicht lange her. Zuletzt sorgten Berichte von Al Jazeera und des britischen Guardian für Aufsehen. Sie behaupteten, laut der von Wikileaks veröffentlichten Depeschen habe Israel weit reichende Angebote von palästinensischer Seite abgelehnt. Hinzu kommen Menschenrechtsverletzungen und das Ignorieren von UN-Resolutionen.

 

Die Amtszeit von Rabin, in der es große Fortschritte hin zu einem Frieden zwischen beiden Lagern gab, liegt gefühlte 100 Jahre zurück.

Wie bei allen Konflikten leidet auch in diesem Fall die Zivilbevölkerung unter den Lebensbedingungen, für die die Eliten der Macht verantwortlich sind.

 

Wie raus aus der Sackgasse? Hat eigentlich irgendjemand wirkliches Interesse an einem Frieden in Nahost? Sind mittlerweile nicht viel zu viele Parteien in diesen Konflikt involviert, so dass es immer jemanden geben wird, der einen möglichen Frieden torpedieren will und auch tatsächlich die Macht dazu besitzt?

Wird der Arabische Frühling einen großen Bogen um den Konflikt aller Konflikte in Nahost machen? Was ist nötig, damit sich beide Seiten aufeinander zu bewegen und sich auch nicht wieder so schnell auseinander bringen lassen? Vertritt Abbas noch die Mehrheit aller Palästinenser und Netanjahu die der Israelis?

 

Kurzum: Frieden in Nahost – eine Utopie?

 

Mitdebattieren!

2 Antworten zu “Nahostkonflikt passé?”

  1. Von Stefan am 25. September 2011

    Fest steht: Der Konflikt ist kompliziert, historisch gewachsen und befindet sich aus zwei vereisten Fronten. Für Außenstehende ist aber schwer zu erkennen, wo wirklich das Problem liegt. Dennoch bin ich der festen Überzeugung, dass es eine Friedenslösung geben kann, die aber von beiden Parteien harte Einschnitte und Kompromisse fordert. Außerdem muss die Weltengemeinschaft an einer Lösung des Konflikts ebenso interessiert sein und Lobbyinteressen außen vorgelassen werden. Eine Utopie ist es meiner Meinung nach nicht, lediglich ein schwer zu erreichendes Ziel!

  2. Von Amal am 26. September 2011

    Stefan hat Recht! An den Mauerfall hat 1988 auch niemand geglaubt. Frieden wird kommen. Vielleicht anders als „geplant“, aber er wird kommen. Die Menschen auf beiden Seiten sehnen sich danach.

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