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Wozu Piraten?

Von Sagwas-Redaktion / 19. September 2011

Sie wollten entern. Sie haben geentert! Mit sensationellen 8,9 Prozent zog die Piratenpartei erstmals in ein deutsches Landesparlament. Die etablierten Parteien im Berliner Abgeordnetenhaus müssen ab sofort mit einer neuen politischen Kraft leben und umgehen können. Was ist da passiert? Gut, alle Umfragen der letzten Tage zeigten, dass die Piraten ziemlich sicher über die Fünf-Prozent-Hürde […]

Sie wollten entern. Sie haben geentert!

Mit sensationellen 8,9 Prozent zog die Piratenpartei erstmals in ein deutsches Landesparlament. Die etablierten Parteien im Berliner Abgeordnetenhaus müssen ab sofort mit einer neuen politischen Kraft leben und umgehen können.

Was ist da passiert?

Gut, alle Umfragen der letzten Tage zeigten, dass die Piraten ziemlich sicher über die Fünf-Prozent-Hürde kommen würden, aber fast 9 Prozent? Damit hatte niemand gerechnet, schon gar nicht die Piraten selbst: Ihre Landesliste reicht gerade noch für die Belegung ihrer Mandate im Abgeordnetenhaus. In den Berliner Bezirken müssen sie in vielen Fällen auf Sitze verzichten, da sie zu wenige Kandidaten aufgestellt haben.

Auf Spiegel-Online schreibt Christian Stöcker, dass die anderen politischen Kräfte schlicht versäumt hätten, einer neuen Wählerschicht das entsprechende Programm anzubieten: Sie hätten die digitale Revolution verschlafen.

Renate Künast kündigte unmittelbar nach der Wahl an, dass sie die grünen Stimmen wieder zurückholen wolle. Auch das scheint eine, zumindest zum Teil, falsche Einschätzung zu sein. Einer Analyse des rbb nach haben die netzaffinen Neuparlamentarier von allen Parteien Stimmen geholt und einen beträchtlichen Anteil aus dem Lager der Nichtwähler für sich gewinnen können.

Wie lässt sich der Erfolg der Piraten erklären? Tritt mit ihnen eine neue Partei auf die politische Tagesordnung, die nachhaltig aktiv und engagiert bleiben wird? Was haben die anderen Parteien versäumt? Was können und sollten sie aus dem Erfolg der Piraten lernen? Ist das ein Berliner Phänomen oder der Startschuss für weitere Erfolge bundesweit? Was für einen Sinn macht es, sich als monothematische Partei in die Landespolitik einzumischen, wenn doch das Internet als globales Medium funktioniert?

Kurzum: Sind die Piraten wichtig für die deutsche Politik?

Debattiert mit uns. Gebt uns Antworten und stellt weitere Thesen in den Raum.

4 Antworten zu “Wozu Piraten?”

  1. Von senfgeber am 19. September 2011

    Ein beachtlicher Erfolg, den die Piraten gestern hingelegt haben. Ich glaube schon, dass sie wichtig sind für die Politik.
    Alle Parteien, selbst die Grünen, sind nicht wirklich auf der Höhe der Zeit was das Internet angeht und soziale Netzwerke im Netz. Man kann sagen, was man will, das Ergebnis spricht für sich. Irgendetwas scheinen sie ja bei den Wählern anzusprechen.
    Ich glaube auch nicht, dass es Proteststimmen waren. Die Piraten sprechen etwas an, was ALLE anderen Parteien nicht tun.
    Ich habe sie nicht gewählt, aber ihr Erfolg gibt mir zu denken!

  2. Von HECTOR am 20. September 2011

    Die Piraten sind ein Berliner Phänomen, welches sich m.M.n. so schnell nicht wiederholen wird.

    Ich wünsche Ihnen viel Glück und v.a. Fachwissen 😉

  3. Von TEA am 20. September 2011

    Bin gespannt wie die Piraten den politischen Alltag bewältigen.
    Ob die Piraten wirklich die Politik ändern können und nicht die Politik die Piraten ändert?

    Wir werden sehen!!!!!

  4. Von Digitale Revolution – ohne uns? » am 9. Februar 2016

    […] Staatstrojaner, Arabischer Frühling, WikiLeaks, Piratenpartei oder Datensammelwut bei Facebook, die gesellschaftliche und politische Relevanz des Internets […]

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