Twitter Icon Facebook Icon

Europas Grenzen? Teil 1: Nicht nur eine Geschichte

Von Sagwas-Redaktion / 27. Dezember 2017
Credits: Pixabay/ TheDigitalWay; Lizenz CC0

Ein Kontinent, sechs Buchstaben: Europa. Aus einem verhängnisvollen, von Kriegen gebeutelten Ort ist ein verheißungsvoller, weil wohlhabender Erdteil geworden. Doch wer darf sich Europäer nennen und von den sich hier bietenden Chancen profitieren?

Die Geschichte Europas ist die Geschichte stetig wechselnder Grenzverläufe. Leider handelt es sich bei Grenzen meist um das Ergebnis von Konflikten, wie etwa beim Zerfall Jugoslawiens deutlich wurde. Doch bewaffnete Konflikte, Kriege, sind vermeidbar, wie die friedliche Auflösung der Tschechoslowakei 1993 beweist. Und vor nicht allzu langer Zeit schien Europa mit seinem eigenen Status Quo gar im Einklang. Doch der Krieg in der Ukraine, der Ausstieg der Briten aus der Europäische Union und die Autonomiebestrebungen der Katalanen in Spanien stellen in Frage, wofür Europa steht und wie Europa in Zukunft aussehen wird.

Die Souveränität eines Nationalstaates basiert auf der Idee des Westfälischen Friedens von 1648. Die damals 80 Staaten waren – unabhängig ihrer tatsächlichen Macht – einander fortan gleichberechtigt. Heute zählt die Welt mehr als 200 Nationalstaaten.

Mit der Zahl der modernen Staaten stieg auch die Fähigkeit, die eigenen Grenzen genauer zu überwachen und entsprechend detaillierte Karten zu erstellen. Größere Stabilität hat sich dadurch jedoch nicht ergeben. Eher scheinen alle noch sensibler geworden zu sein, was wessen ist und wer darüber verfügt. 1997 kommen die Wissenschaftler Alberto Alesina und Enrico Spolaore in einer Untersuchung zu dem Schluss, dass Demokratisierung und wirtschaftliche Verflechtung zu mehr Staatsgebilden führen. Auch der Bildungsgrad, so der Kommunikationstheoretiker Marshall McLuhan, sei ein entscheidender Faktor bei der Entstehung von immer mehr Staaten gewesen.

Autonomieersuche verschiedener Regionen zeigen, dass der Prozess der Abspaltung vielleicht verlangsamt wurde, aber immer noch andauert. Grund genug also, zu fragen, wo sind Europas Grenzen, was sind Europas Grenzen?

Mit einer Reihe von Videos sind wir diesen Fragen nachgegangen. In vier aufeinanderfolgenden Tagen werden den jeweiligen Antworten ein Stück näher kommen.

Im folgenden, von Josi Labs und Pit Bredimus produzierten #Einführungsvideo blicken wir auf die Geschichte des europäischen Kontinents als eines der globalen Handelszentren schlechthin. Wir erfahren, wie sich das Gesicht Europas im Osten verändert und vor allem wer das Aussehen der vielen nachfolgenden Landkarten wie beeinflusst hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ähnlicher Artikel

Europa-Blog

Was Europa von Spanien lernen sollte

Sebastian Schoepp hat in Italien und Spanien studiert und den Süden dabei in allen Facetten kennengelernt, den guten wie auch den schlechten. Mehr als Strand und Sonne begeistert ihn der …
Von Jonas Freist-Held / 5. Oktober 2015

Zufalls Artikel

Hintergrund

Kein Geld für neue Ideen

Kultur gilt als wichtiges Korrektiv sozialer und politischer Verhältnisse innerhalb Europas. Trotzdem haben es freischaffende Künstler schwer: Um an europäische Förderprogramme zu kommen, müssen …
Von Camilla Lindner / 3. Juli 2014

Meist Kommentierter Artikel

#2017plus

Nicht erst, wenn es zu spät ist

Wer sich weiterbilden will, der könnte schon bald Geld dafür bekommen – eine neue FES-Studie zeigt, wie aus der Arbeitslosen- eine Arbeitsversicherung werden könnte. Eine …
Von Alex Wolf / 5. Mai 2017