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„Für euch spazieren“ | Jordanien & Irak

Von Sagwas-Redaktion / 15. Januar 2018
Christa Roth

Die FES ist international ziemlich gut aufgestellt. Aber wo überall, das wissen nur die wenigsten. Und noch weniger bekannt ist, was genau sie außerhalb Deutschlands eigentlich so macht. Wir wollen das ändern. Mit einem Podcast.

Wer an den Nahen Osten denkt, wird eher Krieg vor Augen haben als Langeweile. Obwohl ringsherum ein Konflikt den nächsten ablöst, ist das geflügelte Wort vom „Hashemite Kingdom of Boredom“ nicht weit, wenn von Jordanien die Rede ist.

Doch das vermeintliche Ruhekissen der Region wird zunehmend als Insel der Stabilität geschätzt. Auf knapp 90 000 Quadratkilometern finden sich ca. zehn Millionen Einwohner verschiedener Herkunft, darunter viele Flüchtlinge.

Dabei ist die Situation für die jordanische Bevölkerung alles andere als einfach: Über 13 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung hat keinen Job. Der Import ist mehr als doppelt so hoch als der Export des Landes. Das Land leidet enorm unter seiner Wasserarmut. Dennoch: von anhaltenden Unruhen keine Spur.

Für die FES ist Jordanien seit 1986 ein verlässlicher Partner. Von Amman aus arbeitet die Stiftung an der Stärkung demokratischer Prozesse, setzt sich für politische Partizipation ein und fördert mit lokalen Akteuren den Diskurs über soziale Gerechtigkeit und den Aufbau einer starken Zivilgesellschaft.

Richard Probst war zunächst im Maghreb unterwegs, bevor er den Nahen Osten für sich entdeckt hat. (Foto: Privat)

Seit 2004 kümmern sich die Mitarbeiter in Jordanien auch um Belange des Irak. Seit 2014 ist in Amman außerdem das regionale Projekt Klima- und Energiepolitik angesiedelt. Dessen Leiter, Richard Probst, erzählt in einer neuen Folge unseres Podcasts, welchen Standortvorteil eines der wasserärmsten Länder für seine Projektvorhaben bietet. Mit welchen Hindernissen er und sein Team zu kämpfen haben und wie das Nebeneinander unterschiedlicher deutscher Organisationen vor Ort funktioniert.

 

Eine Antwort zu “„Für euch spazieren“ | Jordanien & Irak”

  1. Von Ralf René Gottschalk am 25. Februar 2018

    „Boredom“ … Wenn der Wind der Langeweile weht, bauen die einen Mauern (Barrikaden, Schützengräben) und die anderen Windmühlen … für kreative Ideen zur Gestaltung von Partizipation und Teilhabe für ihre Gesellschaft und ihr Umweltbewusstsein (frei nach bek. Zitat).

    Die schöpferische und kritische Kraft der jungen Generation Jordaniens war bei der Amman Design Week im Oktober 2017 zu beobachten und zu erleben. SchülerInnen, StudentInnen und Frauen-Organisationen (NGOs/NPOs) haben sich und ihre Projekte ebenso selbstbewusst präsentiert, wie KünsterInnen mit ihren traditionellen, handwerklichen Arbeiten und musikalischen Darbietungen. Die AusstellerInnen zeigten mit ihren Projekten und Workshops einen emanzipatorischen sowie kritisch analytischen Umgang mit den vorhanden sozio-kulturellen, ökologischen und ökonomischen Gegebenheiten, und den Möglichkeiten des Wandels auf. Einen Wandel, der die eigenen gesellschaftlichen Wurzeln ebenso mit einbezieht, wie die Herausforderungen der Internationalisierung und Globalisierung.

    Die Unterstützung der Prozesse bei der Entwicklungen der jordanischen Gesellschaft durch die Zusammenarbeit mit Stiftungen und Organisationen der EU bzw. Deutschlands ist allerdings nur die eine Seite eines bipolaren Kontinuums von Kooperation und Empowerment.

    Der „Wind“ steht gegenwärtig sehr günstig für den „Bau von Windmühlen“, auch hier bei uns in Deutschland: Daher sollten wir uns dem Aushandlungsprozess stellen und uns gleichzeitig fragen: „Was möchten wir in Deutschland und Europa von den ‚anderen‘ lernen?“. Welche Aufgaben können und sollten politischen Stiftungen in diesem wechselseitigen Dialog mitgestalten und befördern? Welche partnerschaftlichen Austauschformate können hierfür (weiter)entwickelt werden?
    Fragen wir die Menschen aus dem Nahen und Mittleren Osten, beziehen sie ein, nutzen wir ihr Wissen und ihre Erfahrungen, denn sie leben hier in Deutschland, in Berlin – spätestens seit 2015.

    Ralf R. Gottschalk, Freiwilligenkoordinator einer Gemeinschaftsunterkunft in Berlin-Pankow mit mehr als 500 geflüchteten Menschen.

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