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debatteDie Digitalisierung des Arbeitsmarkts: Chance und Gefahr

Von kamilachilewski / 14. November 2015
Credits: Hansgeorg Schöner/ flickr; Lizenz CC BY-NC-ND 2.0

Berufe in produzierenden Gewerben sind stark von der Digitalisierung des Arbeitsmarkts betroffen und werden zum Teil durch Maschinen ersetzt. Gleichzeitig bietet die Digitalisierung in einigen Branchen zahlreiche Möglichkeiten für positive Entwicklungen – auch für Arbeitnehmer.

Die Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelt unumkehrbar. Daraus entstehen eine Reihe von Fragen über die Zukunft unserer Gesellschaft: Wird es genug Arbeit für alle geben? Sterben die klassischen Ausbildungsberufe aus? Werden wir wirklich teilweise durch Roboter ersetzt?

Digitalisierung als Querschnittsphänomen

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Florian Lehmer forscht über die Auswirkung technologischer Entwicklungen. (Foto: privat)

Florian Lehmer, Digitalisierungsforscher am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), versucht Antworten auf diese Fragen zu geben. „Die digitale Revolution hat sich in den vergangenen Jahrzehnten rasant entwickelt und umfasst viele Bereiche unseres Lebens“, sagt Lehmer. „Aber diese Einflüsse variieren in den unterschiedlichen Arbeitsfeldern.“

Die Informations- und Kommunikationsbranche ist laut Lehmer sehr stark von der Digitalisierung betroffen. Auch bei Automobilherstellern, im Maschinenbau sowie im Dienstleistungssektor sei die digitale Vernetzung ein wichtiges Thema.

„Digitalisierung ist ein Querschnittphänomen, das alle Branchen mit der Zeit erfassen wird.“ Dennoch würden Branchen nicht komplett wegfallen. „Nicht ganze Berufssparten werden abwandern, sondern es werden sich die Tätigkeiten innerhalb des Berufes ändern. Durch die Einführung von Computern hat der Anteil an Routinetätigkeiten abgenommen.“ Alles das, was automatisiert werden kann, wird automatisiert.

Genug Zeit zur Anpassung

Die zunehmende Digitalisierung stellt nicht nur Berufstätige vor Veränderungen. Auch die Ausbildungspläne müssen an die neuen Herausforderungen angepasst werden.

Das Szenario, dass Menschen aufgrund mangelnder Computer- und Medienkompetenzen ihre Arbeit verlieren, scheint utopisch zu sein. „Die Arbeitgeber haben genug Zeit, auf die Entwicklungen der Technologien zu reagieren. Das Schlüsselwort ist Weiterbildung – jeder Arbeitgeber muss schauen, welche Kompetenzen er seinen Mitarbeitern vermitteln muss.“

Flexibilität und Offenheit seien vor allem in der Ausbildungsphase gefragt, so Lehmer. „Es dauert relativ lange, bis die Ausbildungsordnungen entsprechend geändert werden, weil verschiedene Betriebe daran interessiert sind, dass ihre Inhalte berücksichtigt werden.“ Man müsse aufpassen, dass die Änderungen auch sinnvoll seien.

Immer im Wandel

Der Arbeitsmarkt ist ein dynamisches System, in dem es immer Änderungen gab, gibt und geben wird. Manche Berufe verlieren mit der Zeit an Bedeutung – man denke nur an Schmiede und Schuster.

„Die Digitalisierung kann natürlich grundsätzlich beides sein – eine Chance und eine Gefahr“, sagt Lehmer. Es gebe viel Anpassungsbedarf in einzelnen Berufen und Branchen, auf den man reagieren müsse. „Es besteht die Gefahr, dass Arbeitsplätze wegfallen. Aber Deutschland hätte auch die Chance, das starke produzierende Gewerbe durch Digitalisierung im Land zu behalten.“

Auch wenn digitale Kompetenzen zum Schlüssel für eine erfolgreiche Karriere geworden sind, werden Roboter und Computer uns nicht vollends ersetzen. Diesen Text zumindest habe ich noch selbst getippt.

 

 

Autorin Desislava Markova kommt ursprünglich aus Bulgarien und hat ein Bachelorstudium im Fach „Geistiges Eigentum“ an der Universität für national- und Weltwirtschaft in Sofia hinter sich. Jetzt Derzeit studiert sie das Masterfach „Medien und Musik“ mit Schwerpunkt Musikjournalismus an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

 

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