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Belgien, Brüssel oder Europa – Teil 1: Offene Grenzen

Von Jonas Jordan / 6. Oktober 2015
Credits: ŠJů / Wikimedia: "Mělník District,Central Bohemian Region, the Czech Republic"; Lizenz CC BY-SA 3.0

In der täglichen Kolumne von Jonas Jordan geht es um Europa, Brüssel und seine Besonderheiten. Teil 1 widmet der Autor seinen jüngsten Erfahrungen mit einer Spezialeinheit der belgischen Polizei.

Was Europa für mich bedeute, wurde ich im Vorfeld meiner Arbeit als Europablogger von einer Mitarbeiterin der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung gefragt. Ich musste erst einmal einen Monat nachdenken.

Denn viele Errungenschaften der Europäischen Union sind für meine Generation mittlerweile selbstverständlich geworden: Frieden, eine gemeinsame Währung, offene Grenzen.

Doch offensichtlich sind diese Errungenschaften teilweise abhanden gekommen. Im Osten Europas herrscht seit Monaten Bürgerkrieg, noch länger steht ein Euro-Austritt wirtschaftlich angeschlagener Länder zur Debatte und seit kurzem ist auch die Reisefreiheit nicht mehr unantastbar.

„We are a special division of the Belgian police. Your passports please!“ Vier grimmig schauende Männer in schusssicheren Westen betreten das Abteil des Zuges, mit dem ich unterwegs nach Brüssel bin. Ein Mädchen neben mir, etwa 18 Jahre alt, ist im ersten Moment völlig überfordert: „Was wollen die von mir?“ Passkontrollen – ein Relikt der Vergangenheit, nun wieder mit Zukunft? Hoffentlich nicht!

2 Antworten zu “Belgien, Brüssel oder Europa – Teil 1: Offene Grenzen”

  1. Von Clara Hedtrich am 6. Oktober 2015

    Jonas hat meine Frage übrigens auch beantwortet:
    „Europa ist für mich momentan eher negativ besetzt. Eine große Burg, die sich mit allen Mitteln versucht gegen Eindringlinge aus Nordafrika und dem Nahen Osten abzuschirmen und es doch nicht schafft. Eindringlinge, die wiederum aus ihren Herkunftsländern vor Konflikten fliehen, die Europa mit verursacht hat. Was momentan häufig in Vergessenheit gerät, sind die positiven Errungenschaften Europas: eine gemeinsame Währung, offene Grenzen, interkultureller Austausch und natürlich Europa als Friedensprojekt. Es waren Sozialdemokraten wie Willy Brandt, Jacques Delors oder Olof Palme, die Europa entscheidet geprägt haben. Doch was machen Sozialdemokrat_innen heute, während Merkel, Schäuble und Juncker, um die Zukunft ganzer Staaten würfeln? Der Frage möchte ich gerne in Brüssel nachgehen.“

  2. Von Dieter Faulenbach am 10. Oktober 2015

    Clara, Europa ist nicht negativ besetzt, es wird von den extremen Rechten, bis ins konservative Lager, und der extremen Linken nur verhetzt. Es kommen keine „Eindringlinge“ es kommen Menschen die auf der Flucht sind und Schutz bedürfen.
    Was wir derzeit haben ist eine Krisentest für Europa. Und da stellen wir fest, dass Europa bei gutem Wetter funktioniert in der Krise aber nicht funktioniert. Da wollen bestimmte Kreise jetzt Europa abschaffen und wittern nationalistische Abendluft. Dem müssen wir entgegenstehen. Wir müssen zuerst Europa krisenfest machen, also gegen Angriffe von innen und außen immun machen. Dazu gehört auch die Demokratisierung Europas und die Kontrolle des Rats durch das EU-Parlament.
    Klar sollte auch gesagt werden, dass diejenigen die diese Krise in der „Achse der Willigen“ mit verursacht haben, nun auch die Folgen mittragen müssen.
    Wer dieses Europa in der Krise nicht stärken will, dem bleibt es unbenommen zu gehen. Wäre schade, aber besser als wenn jetzt das Erreichte schrittweise wieder zurückgenommen würde.

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