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proPersonal Trainer im Handyformat

Von Sophie Hubbe / 31. Januar 2020
Credits: Photo by 7shifts on Unsplash;

Wer fit sein will, muss nicht leiden, aber etwas für die eigene Fitness tun. Viele Menschen wissen von selbst, was gut für sie ist, und ergreifen entsprechende Maßnahmen. Andere brauchen Motivation und Unterstützung. Eine Fitness-App kann dabei helfen.

Gute Vorsätze gehören bei mir zum Jahreswechsel wie “Dinner for One“ zum Silvesterabend. Eine Umfrage der DAK-Gesundheit hat ergeben, dass ich damit nicht alleine bin: 40 Prozent der Deutschen beginnen das neue Jahr mit guten Vorsätzen. Meistens geht es um mehr Bewegung, eine gesündere Ernährung und weniger Stress. Doch nur jede dritte Person hält sich länger als zwei Monate daran. Auch bei mir war es bisher so. Dabei versprechen zahlreiche Gesundheits- und Fitness-Apps, mich bei meinen Vorhaben zu unterstützen. Und mittlerweile erinnert mich tatsächlich mein Handy daran, selbiges mal wieder aus der Hand zu legen, ausreichend Wasser zu trinken und mein Bewegungspensum einzuhalten.

Seit gut einem Jahr nutze ich mit großer Zufriedenheit solche Fitness-Apps. Sie ermöglichen es mir, mich im Fitnessstudio voll und ganz auf mein Training und meinen Körper zu konzentrieren. Dank eines an die App gekoppelten Armbands genügt ein kurzer Kontakt mit dem Trainingsgerät, schon stellt sich dieses automatisch auf meine Körpergröße und Muskelkraft ein. Dann brauche ich nur noch auszuwählen, ob ich mich heute meiner Ausdauer oder dem Muskelaufbau widmen möchte, und los geht’s. Anhand von Kraftmessungen errechnet meine App meine persönliche Leistung und gibt mir Tipps zur Verbesserung sowie Infos rund um die Prozesse, die sich gerade in meinem Körper abspielen. So macht die Fitness-App das Training spannend. Ob angeleitete Lauftrainings oder spielerische Animationen, die Zeit vergeht dabei deutlich schneller.

Doch auch der Austausch mit anderen Usern ist ein großer Vorteil. Ich bin Teil einer Gemeinschaft, die dasselbe Ziel verfolgt: den eigenen Körper und die Gesundheit zu stärken. Wir Menschen sind intrinsisch motiviert. Allein die Anzeige der am Tag zurückgelegten Schritte vermittelt ein gutes Gefühl und kann dazu führen, am Folgetag noch mehr laufen zu wollen. Solche Erfolge zu teilen hilft, am Ball zu bleiben.

Gesund getrackt

Ergänzend dazu gibt es viele Ernährungs- und Gesundheitsprogramme. Seit ein paar Jahren nutze ich wiederum eine App, mit der ich meinen Zyklus dokumentieren kann. In Zeiten, in denen junge Frauen die hormonelle Verhütung zunehmend in Frage stellen, machen derartige Apps einen entscheidenden Unterschied. Umfangreiche Hinweise und Erklärungen zum weiblichen Zyklus und eine leicht zu handhabende Form der Aufzeichnung helfen mir, die fruchtbaren Tage oder die nächste Menstruation zu berechnen. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, Stimmungsschwankungen, Schmerzen oder sonstige den Zyklus beeinflussende Faktoren festzuhalten. Klar könnte ich dafür auch den papiernen Zykluskalender meiner Frauenärztin nehmen, doch die App in meinem Handy habe ich immer dabei und kann jederzeit Notizen eintragen oder nachsehen.

Kritiker mahnen, dass ich durch die Preisgabe solch persönlicher Daten zum gläsernen Menschen würde. Doch Fitness-Apps pauschal zum Sündenbock zu machen, ist der falsche Ansatz. Um uns herum hält in allen Bereichen die Digitalisierung Einzug: Die Zukunft liegt in Autositzen, die die Vitaldaten ihrer Fahrer*innen kontrollieren, in Zahnbürsten, die die Mundflora analysieren oder Kontaktlinsen, die anhand der Tränenflüssigkeit den Blutzuckerspiegel messen. Fitness-Apps sind demgegenüber ein vergleichbar kleiner Fortschritt. Anstatt uns diesen Entwicklungen zu verweigern, sollten wir lernen, mit unseren Daten vernünftig umzugehen und die Vorteile all dieser Innovationen gewinnbringend für uns zu nutzen.

Analoge Gesundheit – dank digitalem Selbstcheck

Auch früher konnte sich der Mensch sportlich betätigen und auf die eigenen, dokumentierten Erfolge zurückblicken. Durch die technologischen Fortschritte haben sich die Handhabung und Dokumentationsmöglichkeiten allerdings erheblich vereinfacht.

Nachdem es lange vor allem medizinischem Personal vorbehalten war, vermessen sich viele Menschen heute zu Hause selbst und entwickeln so ein größeres Bewusstsein für den eigenen Körper. Langfristig bestehen hier Chancen der sinnvollen Verknüpfung: Ärzte könnten die Tracking-Daten ihrer Patient*innen in Behandlungs- und Therapieentscheidungen einfließen lassen. Und weil viele dieser Apps kostenlos sind, ist Fitness langfristig kein Luxusgut, das nur für Wohlhabende gedacht ist. Vielmehr steht jeder Person dank der digitalen Datenerfassung samt informativer Hilfestellungen und Anleitungen das Wissen, wie Fitness erlangt werden kann, nun jederzeit zur Verfügung.

Wenn der Kopf also mal wieder voll ist und das eigene Wohlbefinden zur Nebensache gerät, können Fitness-Apps eine gesundheitsfördernde Funktion haben. Meine rät mir gerade, den Bildschirm auszuschalten und eine kurze Entspannungspause einzulegen. Aber vorher steht noch ein kurzer Spaziergang an, um mein tägliches Schrittpensum zu erreichen.

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