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Warum ist Paris so wichtig? Teil 1

Von Lea Bienhaus / 8. Oktober 2015
Lea Bienhaus

Paris ist eine der größten Hauptstädte Europas und ein Dreh- und Angelpunkt für die EU. Lea Bienhaus hat sich für sagwas.net auf eine Stadttour begeben und wichtige Institutionen und Wahrzeichen aufgespürt.

Die Nuclear Energy Agency (NEA)

Die Nuclear Energy Agency in Paris.
Die Nuclear Energy Agency in Paris.

Die Agentur sitzt in einem Pariser Vorort und gehört zur OECD. Die NEA hat, wie viele andere Organisationen auch, nur ein paar Etagen in diesem Bürokomplex gemietet. Es gibt kein großes Straßenschild wie auf dem Weg zur OECD, welches auf ihren Sitz verweist. Ringsum sind nur weitere nichtssagende Bürokomplexe oder Geschäfte. Der NEA gehören mehr als dreißig Mitgliedstaaten aus ganz Europa, Amerika und dem asiatischen Pazifikraum an. Mit einem Jahresetat von mehr als vier Millionen Euro (2013) hat sie nach eigenen Aussagen folgende Aufgaben: „… the NEA works as a forum for sharing information and experience and promoting international co-operation; a centre of excellence which helps member countries to pool and maintain their technical expertise and a vehicle for facilitating policy analyses and developing consensus based on its technical work.“

 

In einem deutlich größeren Gebäude als vorher sitzt die UNESCO in Paris.
In einem deutlich größeren Gebäude als vorher sitzt die UNESCO in Paris.

UNESCO

Nicht weit vom Eiffelturm entfernt befindet sich der Sitz der UNESCO. Die Sonderorganisation der Vereinten Nationen wurde 1945 gegründet und hatte ihren ersten Sitz in der Avenue Kléber. Heutzutage ist das Gebäude der UNESCO wesentlich größer und zentraler gelegen. Das Hauptziel der UNESCO liegt vor allem darin, den Frieden zu wahren. Von den 193 Staaten der UN ist nur Lichtenstein nicht vertreten. Dafür gehören aber Palästina, Niue und die Cookinseln zu der UNESCO. Weltweit werden von der UNESCO Weltkulturerbestätten ausgezeichnet, die im bewaffneten Krieg geschützt werden sollen. In Europa gibt es derzeit mehr als 90 Weltkulturerbestätten, davon sieben in Frankreich und acht in Deutschland.

 

 

Bei der CEB wurde gerade gereinigt
In der Avenue Kléber zu finden: die CEB.

Council of Europe Development Bank (CEB)

Im deutschsprachigen Raum ist diese Institution eher unter dem Namen Entwicklungsbank des Europarates bekannt. Sie liegt am Rande des Diplomatenviertels in Paris. Der Eingang zu dem Gebäude ähnelt stark einem Hotel, ein solches Organ der EU vermutet man hier nicht. Zwei Etagen darunter sitzt eine Außenstelle des Europarates. Im Hinterhofgebäude haben Notare und Anwälte ihre Kanzleien. Gegründet wurde die Bank 1956 von acht Staaten des Europarats, um der damaligen Flüchtlingswelle eine finanzielle Hilfe gegenüberstellen zu können. Die Bank gibt sich kurzfriste Entwicklungspläne, der aktuelle läuft bis 2016, dann müssen neue Ziele bestimmt werden.

 

 

 

Elysée-Palast
Der Elysée-Palast wird stark bewacht.

Elysée-Palast

Im Elysée-Palast haben vergangenes Wochenende noch die sogenannten Normandie-Vier getagt und über die Ukrainekrise beratschlagt. Als ich heute daran vorbeigelaufen bin, war die Straße, die an dem Palast entlangführt, für Autos komplett gesperrt, viele Polizisten und Soldaten standen auf der Straße und vor dem Eingang zu dem Palast. Seit 1848 ist der Palast der Amts- und Wohnsitz des französischen Präsidenten und somit der Öffentlichkeit nicht zugänglich.

 

 

 

Schon oft fotografiert und nun auch von mir: der Eiffelturm
Schon oft fotografiert und nun auch von mir: der Eiffelturm.

Eiffelturm

Der Eiffelturm wird oft als Wahrzeichen Europas gesehen. In amerikanischen Filmen wird entweder der Eiffelturm in Paris oder der Big Ben in London als Sinnbild für Europa verwendet. Zudem steht der Eiffelturm bei Touristen rund um die Welt auf der Reiseliste ganz weit oben, wenn sie planen, nach Europa zu fliegen. Statistiken zufolge haben seit der Eröffnung mehr als 260 Millionen Besucher den Eiffelturm besichtigt. Es sind jährlich mehr als eine Million Besucher aus aller Welt, die den Eiffelturm besteigen oder sich hochfahren lassen. Mit der Lightshow am Abend ist der Eiffelturm mittlerweile Kult geworden und aus Frankreich, besonders auch aus Europa, nicht mehr wegzudenken.

 

 

 

 

 

Habe die Reporters sans frontieres gefunden
In einer Seitenseitraße haben die Reporters sans frontières ihren Sitz.

Reporter ohne Grenzen

Die Reporters sans frontières sind in Paris nicht ganz so leicht zu finden. Eher versteckt in einer Nebengasse der großen Avenue Kléber steht an einem Klingelschild lediglich „Reporters“. So unscheinbar wie ihr Sitz in Paris ist, so wichtig ist ihre Arbeit. Die Reporter ohne Grenzen sind in der ganzen Welt aktiv und setzen sich hauptsächlich für die Pressefreiheit ein, genauso aber für die Informationsfreiheit und die Freiheit der Meinungsäußerung. Es gibt sie bereits seit 30 Jahren. In Frankreich wurden sie vor allem nach dem Hebdo-Attentat im Januar aktiv und traten für die Freiheit der Meinungsäußerung ein.

Teil 2 der Stadttour gibt es am morgigen Freitag.

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